Ratgeber für Geschäftsräume

Kunst für Café, Praxis und Büro: kaufen, mieten oder leihen?

Kurz gesagt: Kaufen lohnt sich, wenn ein Bild dauerhaft bleiben soll. Mieten bringt Abwechslung und Service, kostet aber jeden Monat. Leihen können Sie in Artotheken, die sich vor allem an Privatleute richten, oder direkt bei Künstlerinnen und Künstlern, manchmal sogar kostenlos.

Hier finden Sie alle Wege im Vergleich: mit Kosten, Vor- und Nachteilen und den Fragen, die Sie vorher klären sollten.

Kaufen: einmal zahlen, dauerhaft behalten

Ein gekauftes Original gehört Ihnen. Sie zahlen einmal, das Bild bleibt und prägt den Raum über Jahre. Originale junger Künstlerinnen und Künstler gibt es oft schon für wenige hundert Euro, meine kosten zwischen 50 € und 300 €.

Der Nachteil: Die Wand verändert sich nicht mehr von selbst, und passt ein Bild nach einem Umbau nicht mehr, ist das Ihr Risiko. Wie sich ein Kauf steuerlich auswirkt, klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung.

Originale ansehen

Mieten: Abwechslung mit Service, gegen Monatsgebühr

Kunstvermietungen beraten, liefern, hängen auf und tauschen die Bilder auf Wunsch aus, manche übernehmen auch die Versicherung. Dafür zahlen Sie jeden Monat, bei den verglichenen Anbietern mit einer Mindestlaufzeit von meist zwölf Monaten oder mehr.

Bei drei Anbietern in Berlin, Köln und München lagen die Preise im September 2026 zwischen 15 und 95 Euro je Bild und Monat. Einer berechnet 4 bis 5 Prozent des Verkaufspreises im Monat: Nach 20 bis 25 Monaten ist der Kaufpreis damit einmal bezahlt, ohne dass Ihnen das Bild gehört. Manche Anbieter rechnen gezahlte Mieten an, wenn Sie später kaufen.

Quellen: Preisangaben von Galerie ARTprotect (Berlin), Kunstvermittlung Klement (Köln) und kunst-mieten.de (München), Stand September 2026; Preise teils zuzüglich Umsatzsteuer.

Artotheken: fast kostenlos, aber selten für Betriebe

Artotheken verleihen Kunst, wie Bibliotheken Bücher verleihen. In Berlin gibt die Zentral- und Landesbibliothek Kunstwerke mit Bibliotheksausweis kostenlos für 84 Tage aus, die Artothek der Kommunalen Galerie für zwei bis zehn Euro je Werk.

Für Geschäftsräume passt das selten: Die Kommunale Galerie verleiht nur an Privatpersonen mit Wohnsitz in Berlin, und nach einigen Wochen oder Monaten müssen die Bilder zurück. Um herauszufinden, welche Kunst Ihnen gefällt, ist eine Artothek trotzdem ideal.

Quellen: Artothek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und Artothek der Kommunalen Galerie Berlin, Stand September 2026.

Leihgabe vom Künstler: Kunst gegen Wandfläche

Manche Künstlerinnen und Künstler verleihen Originale direkt an Betriebe. Sie bekommen Kunst an die Wand, die Künstler eine Ausstellungsfläche und Kontakt zu möglichen Käufern.

So mache ich es: Die Leihgabe ist kostenlos und läuft mindestens zwei Jahre. Sie wählen die Bilder aus, ich bringe sie vorbei oder schicke sie. Neben jedem Bild hängt ein kleines Schild mit Titel, Preis und QR-Code. Kauft ein Gast ein Bild, läuft alles über mich, und Sie bekommen ein neues Original.

Zur Leihgabe

Fünf Fragen, die Sie vorher klären sollten

Egal ob Sie mieten oder leihen: Lassen Sie sich diese Punkte schriftlich bestätigen.

  • Wie lange läuft die Vereinbarung, und wann können Sie sie beenden?
  • Wer liefert, wer hängt auf, und wer trägt die Kosten dafür?
  • Wer haftet, wenn ein Bild beschädigt wird, und ist es versichert?
  • Was passiert, wenn ein Gast ein Bild kaufen möchte?
  • Passt der Ort? Direkte Sonne, Dampf aus der Küche und Heizungsluft tun keinem Bild gut.

Was passt zu Ihrem Betrieb?

  • Kaufen, wenn ein bestimmtes Bild dauerhaft zum Raum gehören soll.
  • Mieten, wenn Sie regelmäßig wechseln möchten und laufende Kosten einplanen können.
  • Artothek, wenn Sie privat ausprobieren möchten, welche Kunst Ihnen gefällt.
  • Leihgabe, wenn Sie ohne Kosten starten und Künstlerinnen und Künstler unterstützen möchten.

Kostenlose Leihgabe anfragen

Geschrieben von Dan Sax, Maler in Berlin. Stand: September 2026.

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